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Heft 6 / 2006
Themen Titelbild

Das Sonderheft des Jahrganges 2006 ist eine Doppelausgabe, enthält also auch Heft 6/2006, es ist einzeln zum Preis von 6,80 € inkl. Porto (Ausland: 8,80 €) über nebenstehendes Bestellformular zu beziehen.


Unterwegs auf dem Großen Sklavensee – ein Wintermärchen


Bestes Flugwetter mit super Sicht. Gigantisch lag die Eiswüste Grönlands unter uns. Furchteinflößend und dennoch wunderschön. Dann die Landung in Calgary. Die Zeit ist etwas eng bis zum Anschlussflug nach Edmonton, dort heißt es noch mal umsteigen und dann bin ich endlich in Yellowknife. Aber der Zoll in Calgary machte mir einen Strich durch die Rechnung – ausgerechnet ich wurde rausgefischt und musste alles auspacken. Als man mich nach dem Grund meiner Reise fragte, gab ich diesen wahrheitsgemäß an, aber so ganz glaubte man mir dann doch nicht. Erst als der ganze Berg Gepäck ausgebreitet war, konnte ich wieder einpacken und hatte Glück, dass der Flieger nach Edmonton auch Verspätung hatte und die Weiterreise nach Yellowknife reibungslos lief. Beim Landeanflug auf die Stadt sah ich sie dann zum ersten Mal – die tanzenden Geister am Himmel – Nordlichter! Was für ein Anblick, er entschädigte mich reichlich für die Strapazen der Reise! Traumhaft schön, wie sich die immer verändernden Konturen am nördlichen Himmel abzeichnen. Bernd, seine Freundin Elke und Thomas holen mich am Flughafen ab. Mit ihnen werde ich die nächsten drei Wochen verbringen. Es ist bitter kalt, das Thermometer zeigt minus 27°. Ich bekomme also schon einen kleinen Vorgeschmack auf die nächsten Wochen. Nach der Ankunft und dem obligatorischen Begrüßungs-Drink ging es dann noch mal raus in die Kälte – ich wollte unbedingt dieses Knirschen des gefrorenen Schnees unter meinen Sohlen hören. Den ganzen Abend über konnte ich die Nordlichter vom Fenster aus beobachten, bis mich dann endlich die Müdigkeit übermannte…


Auf einsamem Pfad den Wolken immer näher...

Das Abenteuer Chilkoot


Der Vorschlag 'Chilkoot-Trail' ließ mich ohne nachzudenken laut und voller Freude sofort 'ja' sagen. War doch einer meiner heimlichen Träume der West Coast Trail in BC. Auch wenn beide sich im Charakter kaum gleichen, war dieses Angebot einer mehrtägigen Tour durch die geschichtsbeladene Einsamkeit dieser Berge einfach zu verlockend.

Je mehr ich mich jedoch mit dem Thema befasste, desto größer wurden die Zweifel, dem überhaupt gewachsen zu sein. Die dazu kursierenden Beschreibungen reichten von 'kinderleicht' bis 'extrem schwer'. Meine Sorge galt auch weniger dem Laufen als vielmehr der Schlepperei; sämtliche Ausrüstung inkl. Lebensmittel  müssen im Rucksack bergauf -bergab geschleppt werden. Da war ich ein blutiger Laie, bzw. uralte Erfahrungen besagten, dass mir solches aus tiefstem Herzen zuwider ist…

Andererseits hatte ich mich inzwischen mit dem Thema befasst und mir einiges über die Historie angelesen, so dass das Ganze für mich immer spannender wurde. Also Bedenken beiseite, Training war angesagt. Nachdem ich einige Kilometer am Stück mit dem Rucksack voller Wasserflaschen durchhielt, meinte ich einigermaßen vorbereitet zu sein! Welch ein Irrtum! …


Entlang der wilden Küste  – einmal im Kajak um Vancouver Island


Am 06. August 2006 ist es endlich so weit. Über zehn Jahre habe ich geträumt von einer Reise im Kajak irgendwo an der kanadischen Westküste. Zwei Jahre konkrete Planung liegen hinter mir. Die Erwartungen und die Vorfreude ließen mich in den letzten Monaten immer ungeduldiger werden. Jetzt bin ich hier in Vancouver, werde gleich in mein Kajak steigen und los paddeln. Ganz einfach und ganz intensiv.

An Inseln und mehr oder weniger steilen Felsküstenabschnitten vorbei paddle ich durch die Strait of Georgia. Schon am dritten Tag werde ich von einer kanadischen Familie zum Dinner in ihr Sommerhaus eingeladen. So sind die Kanadier, offen und direkt. Im Hafen von Lund verabschiede ich mich vorerst von der Zivilisation, tauche ein in die Wildnis. Wasser, Wald, Berge, der Ruf der Loons und das Gemecker der Kingfischer. Nichts sonst. Ruhe, Einsamkeit und ein verdammt gutes Gefühl!

An den Arron Rapids liege ich mit meiner Strömungsberechnung etwas daneben und stelle mit 22 km/h einen neuen persönlichen Geschwindigkeitsrekord auf. Die Wasserwirbel machen mir etwas zu schaffen und ich bin ganz froh, als die Rapids hinter mir liegen.

In der Johnston Strait dann hat man gute Chancen, Orcas und Buckelwale zu sehen. Der Wind kommt meist von vorn und die Strömung mitunter auch. Nah am Ufer versuche ich so gut es geht, Rückströmungen zu nutzen. Mehrfach sehe ich Schwarzbären und treffe einige Paddler, die von einem Basecamp aus eine geführte Tour unternehmen. Bei Telegraph Cove schlage ich mein Zelt an einem steinigen Strand auf. Am nächsten Tag sehe ich dann schon einige Schweinswale…


Schleppen und Singen wie die Voyageurs

Mit dem Kanu durch den Algonquin Park


Der Rauch des Feuers zieht durch die ausgestreckten Arme der alten Kiefern in Richtung Milchstraße. Kühle Nebelschwaden kriechen vom See in unser Waldlager hinein. Wir rücken näher an das wärmende Feuer und denken an den bevorstehenden Tag.

Das erste, was wir von diesem Lagerplatz sahen, war ein grellgelbes Schild. Ein Strichmännchen balanciert beinahe elegant einen Kanadier über dem Kopf. Wir haben in den vergangenen Tagen schon so manche Portage bewältigt. Bis hin zu sieben Umtrageaktionen an einem Tag und Portagen mit mehr als zwei Kilometern Länge. Sie gehören hier im Algonquin Provincial Park einfach zum Rhythmus des Kanu-Trippings. Doch dieses Schild ist etwas Besonderes. In dicken schwarzen Lettern verkündet es eine Entfernung von 5304 Metern für die Landverbindung vom Dickson Lake zum Bonfield Lake. Alternativ gibt es noch einen Carttrail. Hier kann man sein Kanuwägelchen über zwölf Kilometer auf einem holprigen Trampelpfad schieben. Die Entscheidung, welche der Möglichkeiten nun die bessere ist, wird uns mangels Carts abgenommen.

Gut ausgeruht gehen wir am Morgen also an die 'Arbeit'. In Anbetracht der umfangreichen  Ausrüstung sind wir nicht in der Lage, alles auf einmal zu tragen. Wir müssen daher bei jeder Portage dreimal laufen. Heute summiert sich das auf immerhin 16 Kilometer. Zwölf davon müssen mit relativ schwerem unhandlichem Gepäck zurückgelegt werden. Nicht vergleichbar mit einer Wanderung und perfekt eingestelltem Rucksack…


Bären, Beeren, Pferdeäpfel...      


Reitabenteuer im Yukon

Abenteuer durch Eis, Schnee und Wildwasser lagen nun schon eine Weile hinter mir. Es wurde Zeit für ein neues! Durch glückliche Zufälle und Umstände stand dann eines Tages fest: Wir reiten durch die Yukonwildnis! "Seid Ihr verrückt geworden? Ihr seid doch noch nie auf einem Pferd geritten" – das war der Kommentar, den Horst und ich am meisten zu hören bekamen. Na und? Ich hatte vorher auch noch nie auf Schlittenkufen gestanden und hatte auch noch nie eine Kanutour gemacht und war von beiden Abenteuertouren völlig begeistert zurück gekehrt. Warum sollte das diesmal anders sein? Was Horst betraf, schienen gewisse Zweifel eher angebracht, denn im Gegensatz zu mir hatte er bisher noch nie eine Wildnistour mitgemacht. Trotzdem ließen wir uns nicht beirren. Für uns hieß es: Auf ins Abenteuer!

Ingrid und Rolf von der SIR North Country Ranch, bei denen wir das Pferdeabenteuer erleben wollten, hatten uns zuvor den Rat gegeben, hier zuhause ein paar Reitstunden zu nehmen, damit wir nicht völlig ahnungslos auf die Vierbeiner treffen würden. Nachher waren wir froh, ihrem Rat gefolgt zu sein, denn besonders ich hatte das Reiten unterschätzt, weil ich dachte, wenn ich die Huskytour geschafft habe, würde das hier auch nicht schwieriger sein. Mit der ersten Reitstunde auf einem Reiterhof in unserer Nähe änderte ich meine Meinung.

AIDA hieß mein Pferd, mit dem ich meine ersten Reitversuche machte. Ich hatte meine Reitlehrerin darum gebeten, mir nicht so ein Riesentier zu geben. Selbstverständlich, das wäre doch kein Problem, und im nächsten Moment stand ich vor der AIDA-Pferdebox und schluckte. Dass Pferde größer sind als Huskys war mir ja bekannt, aber wirklich sooo groß? In meinem Hirn ratterte nur ein Gedanke: Wie soll ich da rauf kommen, ohne dass der gesamte Pferdestall und das Personal vor Lachen am Boden liegen? Zu meiner Beruhigung gab es einen Stuhl im Reitstall. Ich hatte also nicht als Einzige das Problem. Erleichterung pur. Aber nur so lange, bis ich sah, wie hoch der Steigbügel letztendlich vom Sattel hing, also trotz Stuhl immer noch viel zu hoch. Ich hing nun da, linker Fuß im Steigbügel, rechter auf dem Stuhl, Schweiß stand mir auf der Stirn, und ich gluckste nur noch vor mich hin: "Ich komm da nicht drauf!" Antwort: "Doch, das schaffen Sie!" Schwung nehmen, rechtes Bein über das Pferd schwingen und oben sei ich. Ich sah mich voller Elan übers Pferd fliegen und auf der anderen Seite im hohen Bogen unsanft auf der Erde landen. Außerdem gab es nur einen ganz schmalen Griff am Sattel, an dem man sich festhalten konnte und ich hatte Angst, ich würde mit meinem Schwung das ganze Pferd umwerfen ... Himmel! Wo war das nächste Mauseloch, in das ich mich am liebsten auf der Stelle verkrochen hätte? Nach dem dritten Anlauf, nun schon voller Panik, saß ich auf einmal im Sattel. Erleichterung. Mann, was war das hoch! Genickbruch wäre das Mindeste, was mir blühen würde…


Auf Wasserfalljagd in Südontario


Alle zwei Jahre ist Familienbesuch in Toronto angesagt – somit hänge ich dann oft eine Woche in der Stadt fest. Die Stadt an sich ist zwar interessant aber als Naturmensch sucht man doch nach Alternativen in einer angemessenen Entfernung. So stieß ich dann auf das Niagara Escarpment. Ja, genau jene geologische Formation, die die Niagarafälle weltbekannt gemacht hat. Die zu Tode kommerzialisierten Fälle, die bei Dunkelheit in Rosa, Lila oder Grün erstrahlen und deren Ränder mit Parkplätzen in Flughafengröße gepflastert sind, hatte ich schon kennen gelernt. Was sollte es da schon zu entdecken geben? Die überraschende Antwort: Eine faszinierende Landschaft mit einer Vielzahl von Wasserfällen!

Das Niagara Escarpment ist eine geologische Besonderheit. Eine Gesteinswand, die sich über Tausende von Kilometern durch das südliche Kanada und die nördlichen Gebiete der USA zieht. Genau hier wurde mein Entdeckergeist geweckt. Jeder Bach, Fluss oder Strom, der das Escarpment durchfließt, produziert irgendwo einen Wasserfall. Und Wasserläufe waren in der Karte zahlreich zu finden.

Ausgerüstet mit Wanderschuhen und Rucksack machte ich mich also auf den Weg in die Umgebung von Hamilton. Schnell stellte ich fest, dass entlang dieses in Jahrmillionen langer Erosion entstandenen Absatzes immer auch ein Streifen Natur in Form von Laubwald mit angrenzenden Wiesen erhalten ist. Daher befinden sich die Wasserfälle meist in idyllischer Umgebung. Nach ein paar Kilometern Wanderung fand ich dann die ersten Wasserfälle. Es waren die etwa 40 Meter hohen Tews Falls. Sie stürzen sich in einen engen Canyon, der gefüllt war mit herbstlich gefärbtem Laubwald. Was für ein Bild! Ich fühle mich versetzt in die Indianergeschichten meiner Jugend. Nur ein paar hundert Meter weiter dann die Webster Falls. Sie sind nicht so hoch aber wesentlich breiter. Eingebettet in einen Park, windet sich eine enge Steintreppe zum Fuße der Fälle. Hier in der Gischt sind die Steine bewachsen mit dicken Teppichen aus Moos. Regenbögen erfüllen die Luft bei Sonnenschein…


Bikerträume in Kanada – es muss nicht immer die Route 66 sein!


Das weite Land, schier endlose breite Straßen, ein oft rasanter Wechsel von Klimazonen, Tankstellen, die teilweise hundert Kilometer auseinander liegen und amerikanische Straßenkreuzer, die das Bild beleben. Und dazwischen man selbst – auf seiner Harley! Am besten auf der legendären Route 66. Ja, das ist er, der Traum von der Tour mit dem Bike durch die USA. Aber warum eigentlich nur durch die USA? Auch Kanada bietet traumhafte Landschaften für die Erkundung per Bike an!

Das dachte sich auch Olaf Robrecht, den unsere Leser ja inzwischen durch seine Einwanderungsgeschichte und sein Buch 'EINFACH nur raus?' kennen. Wobei Olaf eher zu-fällig an dieses Thema kam. "Ein Freund von mir fragte mich, ob ich nicht für einige Geschäftsleute aus Deutschland eine kleine Motorradtour hier in British Columbia ausarbeiten könnte.“ Klar konnte er. Und letztendlich wurde daraus ein all-inklusive Package. "Schon am Flughafen habe ich die Truppe in Empfang genommen und mit einer Langlimousine zum vorgebuchten Hotel gefahren. Am Abend ging es in ein schickes Fischrestaurant, wo die Gäste persönlich begrüßt wurden, und am nächsten Morgen warteten die Harleys schon in der Hotelgarage."  Olaf hatte jede Tagesetappe ausgearbeitet, jeder Teilnehmer erhielt ein Roadbook mit genauer Streckenbeschreibung, Sehenswürdigkeiten, den Adressen der gebuchten Hotels, wichtigen Telefonnummern und hilfreichen Informationen…


Aktivurlaub in Québec – einige Highlights der 'belle province'


Sie sind auf der Suche nach intensiven Erlebnissen und prickelnden Herausforderungen? Oder steht Ihnen der Sinn eher danach, einfach die Seele baumeln zu lassen? Das ganze Jahr über bietet Québec, die größte kanadische Provinz, seinen Besuchern mit der pulsierende Millionenmetropole Montréal, der historischen Hauptstadt Québec City und grandioser Natur in unmittelbarer Nähe ein umfangreiches Freizeitangebot, das alle Sinne anspricht. Dabei ist es keine leichte Entscheidung: Ab auf's Green, in die Pedale treten, auf den Pferderücken, Wasserspaß genießen, die Wanderschuhe schnüren oder auf Spaziergängen die Abgeschiedenheit der Natur und ihre reiche Tierwelt erleben? Einige Anregungen sollen Ihre Entscheidungen erleichtern:

Kletterspaß ohne Bodenkontakt

Wer einen Adrenalinstoß der besonderen Art  und zwar in den Baumwipfeln Québecs sucht, der wird in der 'Station touristique Duchesnay' nahe Québec City fündig: Unter dem Slogan 'D'arbre en arbre' (Von Baum zu Baum) wurden für outdoor-begeisterte Besucher fünf Parcours in luftiger Höhe errichtet. Gut gesichert an einem roten Stahlkabel und ausgerüstet mit Karabiner, Klettergurten und einer Seilrolle, können sich Abenteuerlustige von einem Ast zum nächsten hangeln und dabei einen atemberaubenden Blick auf den Saint-Joseph See genießen. Die Kletterpartie ist für Teilnehmer ab acht Jahren aufwärts möglich. 

Québec per Fahrrad erkunden und dabei Natur pur erleben:

Mit dem Fahrrad lässt sich Québec wunderbar aktiv entdecken. Die Destination verfügt in mehreren Regionen über ein Gesamtnetz von 3.400 Kilometern Radwegen. Das Aushängeschild ist dabei die 'Route Verte', ein gut ausgebautes und schnell wachsendes Radwegenetz, das bis zum Jahr 2007 insgesamt 4.300 Kilometer lang sein soll. Zu den bekanntesten Radwegen der Route Verte zählt die 'Véloroute des bleuets' rund um den spektakulären Lac Saint-Jean, der neben überwältigenden Panoramablicken auch Kostproben der berühmten Blaubeeren der Region bietet. Durch Wälder und kleine Dörfer führt der 'P'tit train du Nord linear parkway' in den Laurentides unweit nördlich der Metropole Montréal. Die Region Bas-Saint-Laurent ist per Rad auf dem 'The Petit Témis Inter-Provincial Linear Park' zu entdecken und die malerische Gaspé Halbinsel kann auf 90 Kilometern mit dem Rad umrundet werden…


Kanada – lohnendes Reiseziel auch mit Handicaps


Während ich beim Koffer packen überlege, wie ich meine Schwimmprothese am besten verstaue, dass sie den Flug ohne Schaden übersteht, spüre ich eine große Erleichterung, dass wir endlich wieder auf dem Weg nach Kanada sind. Wir fühlen uns dort so wohl, dass es fast wie nach Hause kommen ist, wenn wir dort ankommen. Sobald wir im Flugzeug sitzen, fällt jede deutsche Denk- und Lebensweise wie eine zweite Haut von uns ab. Keine Hektik und Ungeduld oder genervt sein für die nächsten drei Wochen.

Geduldig erkläre ich dem Pärchen, das vor uns sitzt, dass ich gehbehindert bin und genauso viel Bewegungsfreiheit benötige, wie sie selbst auch. Auf meine Bitte hin, den Sitz nicht während des ganzen Fluges bis ganz nach hinten zu lehnen, lassen sie sich ungern ein. Es ist in Europa einfach so, dass man eine offensichtliche Behinderung auch noch erklären muss – während die Kanadier behinderten Personen wesentlich aufmerksamer und unkomplizierter begegnen. Das Selbstverständnis für die Integration älterer und behinderter Personen ist beeindruckend. Was das heißt, erfahre ich dann am Flughafen in Vancouver. Wir stellen uns wie alle anderen beim Zoll an, da werden wir auch schon aus der Reihe genommen und gefragt, ob man denn extra einen Schalter für uns öffnen solle, damit wir nicht so lange warten müssen. Es sei doch sicher beschwerlich für mich, so lange zu stehen. Nachdem der Officer die Einreiseformalitäten erledigt hat, fragt er, ob man uns mit einem E-Car zum Kofferband bringen könne. Dankbar nehmen wir das Angebot an und sind einfach baff über diesen Service. Hey, Kanada hat uns wieder! Mit den Koffern auf dem Trolly kommen wir barrierefrei in das Parkhaus zur Autovermietung. ..


Virtuelle Reiseplanung mit Google Earth


Die Welt ist klein. Das sagt man so, und wenn man mit der Kugel Google meint, stimmt das sogar:  Die Welt ist so klein, sie passt in einen Flachbildschirm. Mit Google Earth ist jeder Ort auf dem Globus virtuell nur einen Mausklick entfernt. Das kostenlose Satelliten-Programm Google Earth zur Darstellung der digitalen Erde ist rasend schnell zum Kult geworden. Es eignet sich auch hervorragend und einfach zur Planung des nächsten Kanada-Urlaubs. 

Wer Google Earth (GE) noch nicht kennt, kann sich die Basisversion in deutsch kostenlos herunter und mit einer schnellen Internetverbindung dann gleich jeden beliebigen Ort über Luft- und Satellitenbilder auf der Erde erkunden. Terrabytes der aktuellsten Bilddaten aus den letzten drei Jahren liegen für den gesamten Planeten vor und sind für nordamerikanische Städte und Hotspots besonders detailliert: Auflösungen von teilweise weniger als  einem Meter lassen Bäume, Autos und manchmal auch Menschen aus der Vogelperspektive erkennen. Mit GE können Sie Ihre Route quer durch Kanada planen, Ihre Hoteladresse sowie die Pizzabude um die Ecke finden und sich dabei fühlen wie in einem Cockpit mit dem Steuerknüppel in der Hand…


Ein Adler-Highway über den Rocky Mountains


Wir sind im Westen von Alberta, in einem langen schmalen Tal in den östlichen Frontgebirgszügen der Rocky Moutains. Der Kananaskis Fluss rauscht an uns vorbei, und von unserem Beobachtungspunkt Hay Meadow sind alle Augen auf den blauen Himmel über dem 'Big Smile' von Mount Lorette gerichtet – einer ausgerundeten Zerklüftung im Berg.

 Inmitten spektakulärer Natur, umgeben von fast 3000 Meter hohen Gipfeln, weiht Peter Sherrington ein Dutzend Interessierte in die Identifizierung der Greifvögel ein, die auf dem 'Adler Highway' an uns vorbei ziehen. Der Beobachtungspunkt ist optimal: Auf halber Strecke der Zugroute kann man von hier aus die Vögel auf ihrer Durchreise sowohl im Herbst als auch im Frühjahr beobachten. Am Mount Lorette verengen sich vier Gebirgszüge zu einem einzigen, was die Vögel hier zusammenführt.

'Discovery Day'  nennt Peter Sherrington den 20. März 1992. An jenem Frühlingsmorgen hatte er einen Kernbeißer im Visier,  unscharf, jedoch im Vordergrund, den Fokusring am Feldstecher in die falsche Richtung auf unendlich gedreht, wie er heute noch scherzt, wodurch sich ein Punkt in der Ferne als Adler abzeichnete – ein Steinadler im Gleitflug gen Nordwesten – der erste. In der nächsten halben Stunde zählte er schon vier, dann fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn. Mit der stattlichen Zahl 103 endete der erste Zähltag, vor dessen Dämmerung die Vermutung sich schon zur Überzeugung verdichtet hatte, dass ein System hinter diesem Phänomen stecken musste – es konnte kein Zufall sein…


Geschichten von drei Ozeanen und ihren Bewohnern


Kanada. Land der Berge, Flüsse, Wälder und Weite. Berühmt und bekannt für unberührte Wildnis, spektakuläre Landschaft und reiche Tierwelt. Land der drei Ozeane, Heimat von 36 Wal- und Delfinarten. In den Gewässern des Nordost-Pazifiks, des Nordwest-Atlantiks und des Arktischen Meeres mit ihren zahlreichen Buchten, Meeresstraßen und Flussmündungen leben die faszinierenden Meeressäuger und zeigen sich dem interessierten Beobachter bei Wanderungen entlang der hohen Klippenpfade, von Aussichtspunkten oder von Booten aus.

Wal- und Delfinbeobachtung in Kanada hat viele Gesichter und ist so facettenreich wie das Land selbst. Zu den berühmtesten Vertretern seiner Art gehört der Blauwal, das größte bekannte Lebewesen, das jemals auf Erden gelebt hat. Sie treffen ihn entlang der Nordküste des St.-Lorenz-Golfs und Stroms in Québec an. Buckelwale, die Akrobaten unter den Meeresriesen, bestaunen Sie vor Newfoundland und dem südlichen Nova Scotia – denn wem verschlägt es nicht den Atem, wenn sich ein 25 Tonnen schweres Tier aus dem Wasser wuchtet, dabei seine vier Meter lange weiße Brustflosse zeigt…


WINTERSPORT IM WESTEN KANADAS


Eine detaillierte Übersicht zu den Wintersportregionen British Columbias mit ihren speziellen Angeboten und Besonderheiten.


Reiseführer – der aktuelle Überblick


Selbstreise-Handbücher aus dem Peter Meyer Verlag

Im Peter Meyer Verlag sind zwei interessante Handbücher erschienen, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Band 1 des "Selbstreise-Handbuch" bietet Informationen über die Planung und Durchführung jeglicher Art von Reisen. Ob 'Frau' alleine, Familie mit Kindern, ob zu Fuß oder per Rollstuhl, Fahrrad, Flieger, Auto, Motorrad, Bus und Bahn oder Schiff, hier finden Sie Wissenswertes für Ihre Reise. Neben weiterführender Literatur findet man Adressen von Informationsstellen, Anbietern, Anlaufstellen und ähnliches mit Telefon-Nummern, Homepage und eMail.

 Checklisten und Tabellen sind hilfreich beim Zusammenstellen der Reiseapotheke, bei der Budgetplanung oder Auswahl der mitzuführenden Dinge. Hilfreich scheinen mir auch die Abschnitte über das Verhalten gegenüber fremden Kulturen, über die für größere Reisen erforderlichen Versicherungen, über den Umfang eventueller Gesundheitsvorsorge oder über die Kommunikation von Unterwegs.        Es ist nicht möglich, hier das gesamte Spektrum des Handbuchs darzustellen. Objektiv betrachtet, muss ich sagen, dass ich in der Planungsphase meiner ersten Kanada-Reise froh gewesen wäre, wenn mir ein derartiges Nachschlagewerk zur Verfügung gestanden hätte…


Internet-Chat und seine Folgen – Eine kanadisch-deutsche Geschichte


Ich mag 15 oder 16 Jahre alt gewesen sein – so genau erinnere ich mich nicht mehr – als ich im Fernsehen eine Dokumentation über Kanada gesehen habe. Seit dem hat mich das Land fasziniert. Hätte mir aber damals jemand gesagt, dass ich eines Tages dahin auswandern und sogar einen Kanadier heiraten würde, so hätte ich diesen Gedanken ebenso in das Reich der Fantasie verschoben, wie meine Geschichten, die ich als Teenager schrieb.

Aber ich möchte den Ereignissen nicht vorgreifen, sondern der Reihe nach erzählen:

Wie gesagt, ich schrieb. Kurzgeschichten, lange Erzählungen, darunter auch eine Geschichte, die in Kanada spielt. Viele Jahre später – mein Traum war vergessen – fand ich mein altes Manuskript wieder. Ich las es, und da war es wieder. Die Faszination Kanada packte mich erneut. Ich schrieb diese Geschichte neu und recherchierte alles von Grund auf. Dank des Internets ist das ja heute kein Problem mehr, ist die Welt doch dadurch soviel kleiner geworden. Oh, ich besuchte Kanada, reiste hierhin und dorthin, virtuell natürlich – und landete irgendwie in einem internationalen Chatraum. Du meine Güte, nie zuvor hatte ich in meinem Leben gechattet. Es war gleichermaßen spannend wie beängstigend, aber das faszinierendste daran war, dass sich bemerkenswert viele Kanadier in diesem Chatraum aufhielten. Es dauerte nicht lange und ich wurde zum regelmäßigen Besucher dieses virtuellen Raumes. Ich knüpfte Kontakte, stellte Fragen, die mir auch sofort beantwortet wurden. Ich wurde immer neugieriger und wollte Kanada wirklich kennen lernen, dorthin reisen, um mit den Menschen zu sprechen und das Land zu erleben...


Und zum Heft dazu:


8-seitige Beilage – Eine Übersicht zu den wichtigsten Festivals und Events 2007 in Kanada sowie Flugpläne – wer fliegt wann und wie oft wohin …




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